Sa. 23.07.2022 White Rose Transmission

18,00 

Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr
Das Konzert ist: bestuhlt

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Veranstaltungsinfo

Die Antworten auf die finalen Fragen sind individuell, aber die Sehnsüchte haben kollektive Gemeinsamkeiten: einmal den größten inneren Dämon besiegen, einmal dem ärgsten Feind vergeben, einmal schließlich glücklich sein. Glück aber ist flüchtig, man muss es immer wieder neu finden. Mit Erwartungen kommt man da nicht weiter. So gesehen ist „Happiness at last“, das fünfte Studioalbum von White Rose Transmission, ein weiteres Kapitel auf der Suche nach vollkommenen Momenten. Nicht dass Sänger Carlo van Putten damit an einen Endpunkt angekommen wäre, wie der Titel suggerieren könnte. Es ist ein neuer Schritt auf einem immer wieder überraschenden Weg, den er nun seit 25 Jahren mit diesem Projekt geht.

1995 gründete van Putten – damals wie heute bei The Convent und zwischenzeitlich bei Dead Guitars aktiv – White Rose Transmission zusammen mit Adrian Borland (The Sound). Der Startpunkt war dessen bekanntester Song „Winning“, der in einem gänzlich neuen Akustik-Arrangement auch im aktuellen Programm zu hören sein wird. Van Putten coverte ihn seinerzeit mit The Convent und fragte bei Borland nach, ob er mit der Version einverstanden sei. Das war er so sehr, dass er direkt mit auf Tour ging und das Stück Abend für Abend gemeinsam mit der deutsch-niederländischen Band sang. So markierte dieses Lied den Beginn einer wundervollen Freundschaft, die nach dem White Rose Transmission-Debütalbum und dem meisterhaften „700 miles of desert“  im Jahr 1999 abrupt mit dem Suizid Borlands endete.

White Rose Transmission aber existierten weiter, das Projekt wurde offener, einzige Konstante und Kern blieb Carlo van Putten. Mit ihm waren Musiker wie Amanda Palmer (Dresden Dolls), Marty Wilson-Piper (The Church, Alle About Eve), Mark Burgess (The Chameleons) oder Frank Weyzig (Clan Of Xymox, Born For Bliss) beteiligt. Aktuell gehören neben Kurt Schmidt (Twelve Drummers Drumming) Robert Smeekes und Thomas Marcin von der niederländischen Band Aestrid zur Besetzung. Mit letzteren beiden wird van Putten auch in der Worpsweder Music Hall, wo er zuletzt mit dem Projekt In2thesound auftrat, auf der Bühne sehen.

Während es dort um das Postpunk-Werk von The Sound geht, stehen White Rose Transmission für akustische Konzert – gern auch in den Wohnzimmern ihrer Fans.  Ein intimes Erlebnis wider der sozialen Distanz, das so hochaktuell und doch zeitlos ist. Das Trio ist wie ein tröstlicher Begleiter an trüben Tagen und bietet einen Soundtrack für jede Jahreszeit – abgeklärt, aber nicht melancholisch und voller lichter Arrangements, die der Stimme Carlo van Puttens schmeicheln. Sie klingt hier noch wärmer und sonorer als zuvor. Vor allem aber lässt ihr die Instrumentierung dort Raum, wo alles Weitere nur überflüssig wäre. „Happiness at last“ feiert die Momente, in denen alles da ist, aber man sich nie sicher sein kann, ob es bleibt – wie in „Winning“, dieser Hymne des Waverocks über das Nicht-Gewinnen-Können. Heute klingt sie nicht weniger eindringlich als seinerzeit, nur weniger aggressiv. Aufgeben ist eben noch immer keine Option.

 

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